Denkhaus Bremen macht gemeinsam mit Bremer Politikern den Praxistest

Im Rahmen seines Projektes „Bremen spart Papier“ hat Denkhaus Bremen Kontakt mit Politikern der Fraktionen in der Bürgerschaft aufgenommen. Ziel der Gespräche ist es, gemeinsam über Möglichkeiten zum Papiersparen in der politischen Arbeit nachzudenken. In Zusammenarbeit mit vier der Abgeordneten geht das Projekt aktuell der Frage nach: Wie hoch ist der Papierverbrauch durch Werbesendungen und andere ungefragte Post, die in den Briefkästen der Abgeordneten landet – für die parlamentarische Arbeit aber nicht gebraucht wird und daher meist direkt in Papierkorb wandert? Die Ergebnisse dieser Erhebung werden in Kürze vorgestellt.

Das Thema Papier hat in Bremen Konjunktur. Die Bremische Bürgerschaft bereitet derzeit die Einführung eines digitalen Dokumentensystems vor, um so Papier zu sparen. Bislang werden alle Papiere für Plenarsitzungen und Ausschüsse in gedruckter Form an die Abgeordneten und Mitarbeiter verteilt. In Zukunft sollen die Unterlagen für die Parlamentsarbeit dann digital verfügbar sein – noch für dieses Jahr ist die Umstellung geplant. Im neuen System sind gewünschte Dokumente für alle Abgeordneten flexibel abrufbar und erleichtern so die politische Arbeit.

Vor allem aber kann damit der Bremer Papierverbrauch gesenkt werden. Auf Nachfragen von Denkhaus Bremen schätzte die Bürgerschaftskanzlei das Einsparpotenzial durch das neue digitale System auf bis zu 1,6 Mio. Blatt Papier pro Jahr. In den einzelnen Ressorts des Senats seien zudem weitere Einsparungen möglich, wenn auch dort Sitzungsunterlagen für die Deputationen künftig digital bereitgestellt werden.

Das ist eine gute Nachricht. Denn nachdem der Papierverbrauch in der öffentlichen Hand Bremens in den Jahren zuvor stetig gesunken war, gab es zuletzt wieder eine Zunahme auf knapp 59 Mio. Blatt Papier im Jahr 2015. Auch der (immer noch recht hohe) Anteil von Recyclingpapier war in der letzten Erhebung zum Papieratlas von 95 % auf 92 % gesunken. Weil Papier sowohl im Einkauf als auch in Druck, Transport und Lagerung hohe Kosten verursacht und eine erhebliche Umweltbelastung mit sich bringt, ist die Initiative der Bremischen Bürgerschaft aus Sicht von Denkhaus Bremen begrüßenswert. Sie kann dazu beitragen, Bremen ein Stück zukunftsfähiger zu machen – mit weniger Papierverbrauch.